Walter Stöver
Foto: Stadtarchiv Bad Pyrmont

Walter Stöver (1894-1982

Walter Stöver wird 1894 in Bremen in großbürgerlichen Verhältnissen geboren: der Vater ist Engros-Kaufmann für Tabak, seine Mutter entstammt der wohlhabenden Familie von Ohlendorf. Während seiner Schulzeit auf dem Gymnasium erhält er Geigenunterricht und studiert nach dem Abitur 1914 bis 1920 in Leipzig Dirigat und Komposition am Königlichen Konservatorium sowie Musikwissenschaft an der dortigen Universität. 1925 wird er als Generalmusikdirektor Leiter der ‚Dresdner Philharmoniker’ in Bad Pyrmont, die in der Kurstadt jeweils von Mai bis September das Kurorchester bilden. Als Gastdirigent seit 1926 in vielen Städten Deutschlands und des Auslands unterwegs, setzt er sich neben einem klassischen Musikrepertoire seit 1928 im neu eröffneten Konzerthaus von Bad Pyrmont auch engagiert für zeitgenössische Musik ein. Deswegen wird er 1934 vom dortigen NS-Ortsgruppenleiter Pieper als ‚Kulturbolschewist’ diffamiert und sein Vertrag für die kommende Saison nicht verlängert. Auf Vermittlung der Fürstin Bathildis von Waldeck-Pyrmont kann er dann die Leitung des Kurorchesters in Bad Nauheim übernehmen; er arbeitet mit dem Orchester Hagen auf Norderney und ist ab 1938 auch an der Waldoper Zoppot nördlich von Danzig, dem von Joseph Goebbels protegierten „Bayreuth des Nordens“ als Dirigent tätig. 1943 sorgt der damalige Kurdirektor Gallion dafür, dass er offiziell wieder nach Bad Pyrmont zurückkehren kann.

1945 soll er noch zum Volkssturm eingezogen werden, wird aber durch ein Attest von Dr. Stutzmann, das seinen Herzfehler dokumentiert, davor bewahrt. 1946 ist Stöver Gründer und Namensgeber der ‚Nordwestdeutschen Philharmonie’, die er bis 1950 leitet. Seine Tätigkeit als Dirigent und Komponist kann er bis 1964 fortsetzen und stirbt 1982 in Bad Pyrmont.

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