Bernhard Rust
Werner von Blomberg und 
Bernhard Rust vor dem Kurhotel | Foto: Stadtarchiv Bad Pyrmont

Bernhard Rust (1883-1945)

Bernhard Rust wird 1883 als Sohn eines ehemaligen Zimmermanns und wohlhabenden Rentiers in Hannover geboren. Er studiert 1904 bis 1908 Germanistik, klassische Philologie, Kunstgeschichte, Philosophie und Musik in mehreren deutschen Städten und unterrichtet schließlich von 1911 bis 1930 als Studienrat Deutsch und Latein am Ratsgymnasium in Hannover. 1914 nimmt er als Soldat am Ersten Weltkrieg teil, wird schwer verwundet und als hochdekorierter Offizier 1918 entlassen. Schon bald beginnt er, sich verschiedenen völkischen Bewegungen anzuschließen und tritt 1925 in die NSDAP und SA ein. Bereits 1930 hat er ein Reichstagsmandat für die NSDAP inne und erhält 1933 kommissarisch das Amt des preußischen Kultusministers. 

Im Oktober diesen Jahres ernennt ihn Bürgermeister Zuchhold zum Ehrenbürger von Bad Pyrmont. 1934 bekommt er den Posten des Reichsministers im neu geschaffenen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung. Rust will als überzeugter Nationalsozialist das gesamte Bildungssystem im Sinne der NS-Ideologie umbauen, beginnend beim Lehrplan, in dem 1935 u. a. die Vererbungslehre und Rassenkunde Pflicht werden und die Ausgrenzung ‚nicht-arischer’ Schüler und Schülerinnen gängige Praxis wird. Er veranlasst, die Lehrerausbildung nur noch in eigens dafür geschaffenen NS-Lehrerbildungsstätten stattfinden zu lassen. Im Bereich der Universitäten und Hochschulen ersetzt eine Zentralisierung die bisherige akademische Selbstverwaltung. 

Auf Grund gesundheitlicher Probleme und mit der Doppeltätigkeit als Gauleiter und Reichsminister überfordert, gerät er in Fragen der ‚Jugenderziehung’ mit Joseph Goebbels und dem zentralen NS-Chefideologen Alfred Rosenberg, aber auch anderen Parteiorganisationen wie der HJ, SS und der DAF zunehmend in Konkurrenz. Ab 1936 beginnt sein Einfluss deutlich zu schwinden. Da er auch seine dienstlichen Verpflichtungen als Gauleiter in Hannover immer mehr seinem Stellvertreter Kurt Schmalz überlassen hat, wird er 1940 durch Hartmann Lauterbacher als Gauleiter ersetzt. Rust erschiesst sich am 8. Mai 1945 in Berne/Oldenburg, wohin er im Umfeld der letzten NS-Regierung unter Admiral Dönitz in Flensburg geflüchtet war.

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