Familie Abraham

Familie Abraham

Die Geschichte der Familie Abraham ist ein Beispiel für die Ausgrenzung und eskalierende Gewalt der jüdischen Bevölkerung in Bad Pyrmont. Der Familie Abraham, bestehend aus Sally und Anna Abraham mit den Kindern Edith und Hans, gehörte seit 1901 die Schirmfabrik Abraham, die sich in der Ruststraße 1 und 1a (heute Rathausstraße) befand. Heute steht dort der Anbau des Rathauses. Bereits in der ersten Hälfte der 1930er Jahre hatte die Fabrik finanzielle Probleme und eine Hypothek belastete das Grundstück. Auch ein Abverkauf Anfang der 1930er änderte nichts an der prekären Situation der Familie. Während der Reichspogromnacht 1938 wurden Sally Abraham und sein Sohn Hans zusammen mit anderen jüdischen Männern über Hameln und Ahlem in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Am 25. November verstarb Sally dort an einer Harnvergiftung, die bei ärztlicher Behandlung wahrscheinlich heilbar gewesen wäre. Auch die Fabrik wurde in der Nacht beschädigt: Es wurden, wie bei vielen jüdischen Geschäften, die Fester eingeschlagen.

Hans Abraham kehrte Anfang Dezember wieder nach Bad Pyrmont zurück und begann sofort die Ausreise der Familie vorzubereiten. Im Februar 1939 emigrierte er nach England. Kurze Zeit später folgten ihm seine Mutter und Schwester. Nach ihrer Ausreise verkaufte Anna Abraham das Grundstück der Fabrik an die Stadt Bad Pyrmont. Hans Abraham änderte seinen Namen in Harry Edward Anderson. Von 1940 bis 1944 diente er als Soldat der britischen Armee in Frankreich. Aus gesundheitlichen Gründen wurde er daraus entlassen. 1946 folgte seine Einbürgerung in England.

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